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ISO 50003:2014: Anforderungen an Zertifizierer

Hinweis: Dieser Beitrag von 2017 bezieht sich auf die ISO 50003:2014. Diese Ausgabe wurde inzwischen durch die ISO 50003:2021 ersetzt; die dargestellten Grundprinzipien gelten weiter, konkrete Anforderungen sind in der aktuellen Fassung zu prüfen.

Die ISO 50003:2014 rückt die Anforderungen an die Kompetenz, Konsistenz und Unparteilichkeit von Audits und Zertifizierungen von Energiemanagementsystemen (EnMS) in den Mittelpunkt. Damit soll die Zertifizierungspraxis weltweit vereinheitlicht werden; Bekanntheitsgrad und Akzeptanz der ISO 50001 sollen zunehmen.

Warum eine neue Norm für Zertifizierer?

Bis 2014 waren weltweit knapp 7.000 Unternehmen nach der Norm für EnMS zertifiziert, davon etwa die Hälfte in Deutschland. Die ISO 50003:2014 „Anforderungen an Stellen, die Energiemanagementsysteme auditieren und zertifizieren” macht die Auditanforderungen an EnMS nach ISO 50001 konkreter.

Alle Re- und Neuzertifizierungen werden ab dem 14. Oktober 2017 nach den Anforderungen der ISO 50003:2014 durchgeführt. Bestehende Zertifikate bleiben jedoch bis zum jeweiligen Ablauftermin gültig.

Die Anforderungen richten sich zwar vor allem an die Zertifizierungsauditoren, daraus ergeben sich jedoch auch Anforderungen an die Unternehmen, die zertifiziert werden.

Acht technische Bereiche statt industriell/nicht-industriell

Statt der bisherigen Unterscheidung zwischen industriell und nicht-industriell wird die Akkreditierung nun in acht „Technische Bereiche” eingeteilt:

Dadurch soll vor allem die Auditorenkompetenz für den jeweiligen Bereich und die Qualität der Energieaudits erhöht werden.

Energiekomplexität und längere Auditzeiten

Die Auditplanung soll zukünftig die Energiekomplexität eines Unternehmens berücksichtigen. Beim Ermitteln des Zeitaufwandes für Audits müssen Unternehmen folgende Faktoren einbeziehen:

Der Zeitaufwand für Audits könnte sich dadurch ändern: Audits dauern zukünftig mindestens 3 statt bisher 2 Tage. Abhängig von der Komplexitätsklasse sowie der Anzahl an EnMS-wirksamem Personal erhöht sich die Auditzeit im Durchschnitt voraussichtlich um 30 bis 50 Prozent.

Das müssen Unternehmen beachten, die zertifiziert werden möchten

Erforderliche Nachweise

Die auditierende Person muss im Rahmen des Audits Nachweise für die energiebezogene Leistung sammeln und verifizieren, also mindestens folgende dokumentierte Informationen:

Nichtkonformitäten für die ISO 50001 müssen von der auditierenden Person als „wesentliche Nichtkonformität” für das EnMS verwendet werden.

Die fortlaufende Verbesserung muss durch messbare Ergebnisse nachvollziehbar gemacht werden. Denn: „Was Du nicht messen kannst, kannst Du nicht lenken” (Peter Drucker, amerikanischer Ökonom). Dazu müssen Energiekennzahlen - auf Basis von kontinuierlichen Messungen zur Analyse und Überwachung der Energieeffizienz - und konkrete Ziele festgelegt werden, zum Beispiel den Stromverbrauch für Beleuchtung um 20 Prozent senken.

Messbare Ergebnisse

Unternehmen müssen im Audit messbare Ergebnisse nachweisen bezüglich

und zwar jeweils im Vergleich zur energetischen Ausgangsbasis.

Hilfen dazu liefern die Normen ISO 50006 - Messung der energiebezogenen Leistung unter Nutzung von energetischen Ausgangsbasen und Energieleistungskennzahlen - sowie ISO 50015 - Messung und Verifizierung der energiebezogenen Leistung von Organisationen.

Warum sich Energiemanagement lohnt

Energiemanagement lohnt sich für Unternehmen aller Branchen und Größen. Neben geringeren Kosten und verbessertem Image locken auch Vergünstigungen (zum Beispiel die EEG-Ausgleichsregelung oder der Spitzensteuerausgleich), die zum Teil nur dann gewährt werden, wenn Unternehmen nach ISO 50001 zertifiziert sind.

Unterstützung bei Aufbau und Zertifizierung Ihres Energiemanagementsystems finden Sie in unserer Beratung zur ISO 50001.

Häufige Fragen

Was regelt die ISO 50003:2014?

Die ISO 50003:2014 „Anforderungen an Stellen, die Energiemanagementsysteme auditieren und zertifizieren“ rückt Kompetenz, Konsistenz und Unparteilichkeit von Audits und Zertifizierungen von Energiemanagementsystemen (EnMS) in den Mittelpunkt und soll die Zertifizierungspraxis weltweit vereinheitlichen.

Ab wann gilt die ISO 50003:2014?

Alle Re- und Neuzertifizierungen werden ab dem 14. Oktober 2017 nach den Anforderungen der ISO 50003:2014 durchgeführt. Bestehende Zertifikate bleiben bis zum jeweiligen Ablauftermin gültig.

Wie ändert sich die Auditdauer?

Audits dauern künftig mindestens 3 statt bisher 2 Tage. Abhängig von der Komplexitätsklasse und der Anzahl an EnMS-wirksamem Personal erhöht sich die Auditzeit im Durchschnitt voraussichtlich um 30 bis 50 Prozent.

In welche technischen Bereiche wird die Akkreditierung eingeteilt?

Statt der bisherigen Unterscheidung zwischen industriell und nicht-industriell erfolgt die Akkreditierung nun in acht technische Bereiche: leichte bis mittlere Industrie, schwere Industrie, Bergbau, Energieversorgung, Gebäude, Gebäudekomplexe, Transport und Landwirtschaft.

Welche messbaren Ergebnisse müssen Unternehmen nachweisen?

Unternehmen müssen messbare Ergebnisse zu Energieeffizienz (energetische Leistung), Energieeinsatz oder Energieverbrauch nachweisen, jeweils im Vergleich zur energetischen Ausgangsbasis. Hilfen liefern ISO 50006 und ISO 50015.

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Foto von Bettina Huck

Bettina Huck

Projektassistenz und Büroorganisation