Energiemanagement nach ISO 50001 im Unternehmen
Die ISO 50001 beschreibt die Anforderungen an ein Energiemanagementsystem: Transparenz von Einsatz und Verbrauch von Energie, Messung, Dokumentation und Analyse, Auslegungs- und Beschaffungspraxis für energieverbrauchende Einrichtungen, Systeme, Prozesse und Personal. Grundsätzlich kann das Energiemanagement von jeder Organisation eingeführt werden, die Energieverbrauch, Energieeffizienz und Energiekosten optimieren möchte. Ein nachgewiesenes (zertifiziertes) Energiemanagement ist zudem Voraussetzung für verschiedene Vergünstigungen oder eine Option zur Erfüllung rechtlicher Verpflichtungen.
Besonders eignet sich die Norm für Unternehmen, die bereits ein Qualitäts- oder Umweltmanagement aufgebaut haben: Die ISO 50001 orientiert sich, wie das Qualitätsmanagement nach ISO 9001 und das Umweltmanagement nach ISO 14001 / EMAS, an der harmonisierten Struktur und dem bewährten Managementkreislauf Plan-Do-Check-Act und lässt sich zu einem integrierten Managementsystem verbinden.
Energieeffizienzgesetz (EnEfG): Pflichten und Fristen
Das Energieeffizienzgesetz (EnEfG) ist am 18. November 2023 in Kraft getreten und verpflichtet, abhängig vom durchschnittlichen jährlichen Gesamtendenergieverbrauch der letzten drei abgeschlossenen Kalenderjahre, zu Energiemanagementsystemen und Umsetzungsplänen:
- Unternehmen mit mehr als 7,5 GWh Gesamtendenergieverbrauch pro Jahr (im Durchschnitt der letzten drei abgeschlossenen Kalenderjahre) müssen ein Energiemanagementsystem nach ISO 50001 oder ein Umweltmanagementsystem nach EMAS (ISO 14001 ist nicht ausreichend) einführen, innerhalb von 20 Monaten, nachdem die Voraussetzung erfüllt ist. In diesem Zeitraum sind sie von der Verpflichtung zum Energieaudit nach EDL-G befreit.
- Unternehmen mit mehr als 2,5 GWh Gesamtendenergieverbrauch pro Jahr (im Durchschnitt der letzten drei abgeschlossenen Kalenderjahre) müssen für identifizierte, als wirtschaftlich bewertete Maßnahmen Umsetzungspläne erstellen und innerhalb von drei Jahren nach Abschluss der Zertifizierung bzw. des Energieaudits veröffentlichen. Die Wirtschaftlichkeit wird nach VALERI (DIN EN 17463) bewertet; vor der Veröffentlichung bestätigen Zertifiziererinnen, Umweltgutachterinnen oder Energieauditor*innen die Vollständigkeit und Richtigkeit der Umsetzungspläne. Außerdem sind Abwärmequellen zu erfassen und Maßnahmen zu deren Nutzung zu entwickeln.
- Rechenzentren ab 300 kW nicht redundanter Nennanschlussleistung (auch unternehmensinterne) müssen seit dem 01.07.2025 ein Energie- oder Umweltmanagementsystem einrichten (§ 12 EnEfG). Eine Validierung bzw. Zertifizierung des Systems, etwa nach ISO 50001 oder EMAS, ist erst für Rechenzentren ab 1 MW nicht redundanter Nennanschlussleistung verpflichtend; für Rechenzentren, die im Eigentum öffentlicher Träger stehen oder für diese betrieben werden, bereits ab 300 kW. Hinzu kommen Pflichten zur Abwärmenutzung, zur Weitergabe von Energieverbrauchs-Informationen und zum Einsatz von Strom aus erneuerbaren Energien.
- Öffentliche Stellen ab 1 GWh Gesamtendenergieverbrauch pro Jahr sind zu jährlichen Endenergieeinsparungen von 2 % verpflichtet. Für Managementsysteme gilt, bezogen auf den Durchschnitt der letzten drei abgeschlossenen Kalenderjahre vor dem 17. November 2023 (§ 6 Abs. 4 EnEfG): Bei 1 bis unter 3 GWh ist ab dem 30.06.2026 ein vereinfachtes Energiemanagementsystem einzurichten, ohne externe Zertifizierung, in der Praxis orientiert an Level 2 der ISO 50005. Ab 3 GWh ist ab dem 30.06.2026 ein vollständiges Energie- oder Umweltmanagementsystem (nach ISO 50001 oder EMAS) einzurichten.
Wir klären mit Ihnen, welche dieser Pflichten für Ihr Unternehmen gelten, und setzen sie gemeinsam um.
Unser Ansatz: Beratung und Umsetzung
Wir unterstützen Sie beim Aufbau von Systemen und Prozessen zur Verbesserung Ihrer Energieeffizienz. Der systematische Ansatz (Einführung, Verwirklichung, Aufrechterhaltung und Verbesserung des Energiemanagementsystems) befähigt Sie, die Leistung des Energiemanagements, die Energieeffizienz und die Energieeinsparung fortlaufend zu verbessern. In der weiterführenden Betreuung konzentrieren wir uns auf Prozessverbesserungen und das Aufdecken von Potenzialen, insbesondere bei internen Audits.
Dabei bilden wir Ihre Werte und Ziele im Managementsystem ab, gestalten die Managementprozesse so, dass die angestrebten Ziele erreicht werden, stellen nutzbringende, praxisnahe Lösungen für die Umsetzung der ISO 50001-Anforderungen bereit und beziehen Ihre Beschäftigten ein. Wir begleiten Sie von der Einführung über die Unterstützung Ihres Systems bis zur Vorbereitung der Zertifizierung und führen Ihre internen Systemaudits durch. Neben bewährten Methoden setzen wir Software ein, die das Managementsystem unterstützt, etwa Web SARA für Rechtsverzeichnis und Maßnahmenverfolgung.
Schulungen zum Energiemanagement
Zu den Normanforderungen der ISO 50001 führen wir Schulungen durch, von der Einführung in die ISO 50001 und ihre Bedeutung für Ihr Unternehmen über die Qualifizierung interner Auditorinnen und Auditoren für Systemaudits bis zu Themen auf Anfrage. Ziele, Zielgruppen und Inhalte stimmen wir mit Ihnen ab und richten uns nach den Vorkenntnissen der Teilnehmenden. Übungen und praktische Beispiele aus Ihrer Organisation werden durchgeführt.