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| Übersicht über die Modelle Anfrage/Kontakt Beratung zur ISO 9001-Zertifizierung | |||
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Qualitätsmanagement im ärztlichen Gesundheitswesen, eine Übersicht Gesetzliche Grundlagen Der Beschluss der 72.
Gesundheitsministerkonferenz der Länder 1999, auch niedergelassene Ärzte
zur Einführung eines Qualitätsmanagements zu verpflichten, wurde durch
das Gesundheitsreformgesetz 2000 und das Gesetz zur Modernisierung der
gesetzlichen Krankenversicherung (GMG), das am 01.01.2004 in Kraft getreten
ist, in Recht und Gesetz umgesetzt (siehe auch §§ 135ff, SGB V). Qualitätsmanagement-Modelle im Gesundheitswesen Das ärztliche Gesundheitswesen kann vereinfachend in drei Kategorien eingeteilt werden.
Modelle, die in allen Kategorien vertreten sind, sind die DIN EN ISO 9001:2008 und das Excellence Modell der EFQM (European Foundation of Quality Management). Für den Krankenhausbereich hat sich das KTQ-Modell (Kooperation für Transparenz und Qualität im Krankenhaus) als wichtigstes Modell herauskristallisiert. Im § 20 Abs. 1 SGB IX ist die Verpflichtung zur Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität der Rehabilitationsleistungen und die Durchführung vergleichender Qualitätsanalysen als Grundlage für ein effektives Qualitätsmanagement der Leistungserbringer gesetzlich verankert. Folgende Qualitätsmanagement-Modelle sind im Rehabilitationsbereich neben den beiden Hauptmodellen häufig vertreten:
Daneben gibt es noch ein Vielzahl weiterer Modelle aus einzelnen Fachdisziplinen, die hier aber nicht intensiver diskutiert werden. QM-Modelle für niedergelassene Ärzte
ISO 9001:2008 Basismodell Die ISO 9001:2008 ist ein
branchenneutrales, prozessorientiertes und weltweit gültiges Regelwerk
und stellt daher keine spezifischen Anforderungen für das ärztliche
Gesundheitswesen. Die Anforderungen stellen sozusagen die Basis von
Qualitätsmanagement dar und sind sehr allgemein gehalten. Daher müssen
sie vom Anwender "übersetzt" werden. Mit dieser Aufgabe sind
jedoch die meisten Anwender überfordert, weshalb die Beauftragung eines
externen Beraters oder die Teilnahme an einem extern unterstützten
Verbundprojekt (mehrere Arztpraxen zusammen) empfohlen wird. Bei dem ISO
9001:2008 Zertifizierungsverfahren handelt es sich um eine Bewertung, bei
der ein kompetenter Dritter (Zertifizierungsstelle) die Konformität oder
Nichtkonformität mit den Anforderungen feststellt (Auditor) und
bescheinigt (Lenkungsausschuss der Zertifizierungsstelle). Sehen Sie hier das QUMsult-Angebot speziell für Arztpraxen. Excellence Modell der EFQM Ebenfalls als Basismodell kann man das EFQM Modell bezeichnen, das als europäische Antwort auf die japanische und amerikanische TQM Offensive Ende der 1980er Jahre entstand. Es beruht auf dem Prinzip der Selbstbewertung und gliedert sich in zwei Arten von Kriterien:
Hieraus erkennt man das typische
Prozessmodell mit Input- und Output-Größen. Dieses Modell ist allgemeingültig und enthält daher keine spezifisch auf den ärztlichen Bereich abgestimmten Kriterien, auch hier muss der Anwender das Modell für seine Belange "übersetzen". Das unter dem ISO 9001-Kapitel gesagte gilt sinngemäß auch für das EFQM Modell, aber nicht unbedingt, was die Kosten angeht. Streng genommen darf es für EFQM Modelle keine Zertifikate geben, denn die würden dem Prinzip der Selbstbewertung widersprechen. Selbstbewertungen werden aber von erfahrenen EFQM-Assessoren auf ihre Plausibilität und Glaubwürdigkeit hin überprüft, diese Überprüfung kommt einer Zertifizierung gleich. Es gibt aber keine akkreditierten Stellen im Sinne der ISO 9001:2008, die solche Überprüfungen gewerbsmäßig vornehmen. KTQ für Praxen Die KTQ (Kooperation
für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen) hat das Modell zur Zertifizierung
von Krankenhäusern auf Arztpraxen angepasst.
Es handelt sich grundsätzlich um ein Bewertungssystem, bei dem ein
kompetenter Dritter (Visitor) die Konformität oder Nichtkonformität mit
den Anforderungen feststellt. Es gibt einen Fragenkatalog von 252 Fragen,
der zunächst selbst beantwortet und durch die Arztpraxis bewertet wird.
Die Fragen zielen konkret auf Verfahrensweisen und Gegebenheiten in der
Arztpraxis ab. QEP Modell der KBV Dieses Modell der Kassenärztlichen
Bundesvereinigung ist spezifisch für den niedergelassenen Bereich
entwickelt worden und integriert Elemente aller bekannten Verfahren (wie
ISO, EFQM, Joint Commission). In den 5 Kapiteln von Patientenversorgung
über Mitarbeiter bis Praxisführung und -organisation sind auch
Qualitätssicherungsanforderungen und Richtlinien der Kassenärztlichen
Vereinigungen (KV) integraler
Bestandteil. KPQ Praxis Qualitätsmanagement Dieses Modell der KV Westfalen-Lippe wird seit 2002 angeboten. Das Modell ist prozessorientiert aufgebaut und beinhaltet drei Qualitätsdimensionen: Strukturqualität, Prozess- und Ergebnisqualität. Es ermöglicht Praxen, ein QM-System nach einer 2-3 stündigen Einführung und einer 12-stündigen Schulung mit Praxisbeispielen eigenständig einzuführen. Von den Praxen ist zur Zertifizierung ein KPQ Qualitätsbericht zu erstellen, der u.a. die Darstellung von zehn festzulegenden Kernprozessen vorsieht. Zertifikate werden dann auf Wunsch nach einer Vor-Ort Validierung durch ärztliche Auditoren für den Zeitraum von 3 Jahren vergeben. Für den Aufbau des QM Systems muss mit mindestens 5 Manntagen interner Aufwand gerechnet werden. Die Kosten für die Schulung belaufen sich auf 345,- EUR, für die abschließende 3-stündige Zertifizierung werden 700,- EUR jeweils zzgl. Umsatzsteuer berechnet. EPA Modell für Hausarztpraxen Das EPA Modell wird von der Bertelsmann
Stiftung gefördert und in Zusammenarbeit mit TOPAS Germany e.V. und dem
Aqua Institut als Zertifizierer für Deutschland seit Anfang 2004
zunächst für Hausarztpraxen angeboten. Das Modell soll später auch für
Facharztpraxen zugänglich gemacht werden. Es geht auf ein in den
Niederlanden entstandenes Visitationsmodell zurück. QP Qualitätspraxen Dieses Modell geht auf eine Verbund-Initiative südbadischer Allgemeinmediziner zurück, die sich 1998 als QP-Qualitätspraxen GmbH gegründet hat. QP richtet sich auch bundesweit an Fachärzte. Das Modell wurde mit externer Unterstützung auf Hausarztpraxen angepasst, läuft jetzt mit Ausnahme extern ausgewerteter Patientenbefragungen ohne weitere Unterstützung durch Berater. Es enthält - wie das KTQ- und EPA-Modell - eine Selbstbewertung der Arztpraxis, gefolgt von einem etwa zweistündigen kollegialen Assessment, in dem Stärken und Schwächen der Kernprozesse nach den 9 Kriterien des EFQM Modells bewertet werden. Dadurch wird ein Vergleich der Praxisleistung innerhalb des Verbundes ermöglicht. Weiterentwicklung der Qualität der Einzelpraxen wird durch regelmäßige Teilnahme an Qualitätszirkeln und Netzkonferenzen unter Nutzung moderner Medien gefördert. Eine exemplarische Dokumentation wird an die Einzelpraxis angepasst, es finden regelmäßige interne Audits statt. Ein Praxisbericht ist Grundlage für die Erteilung des QP Zertifikates durch die QP-Qualitätspraxen GmbH und Grundlage für eine zukünftige externe Zertifizierung. Die Kosten belaufen sich auf 2.350,- EUR, für Mitglieder des deutschen Hausärzte-Verbandes nur 2.000,- EUR jeweils zzgl. Spesen und Umsatzsteuer. Alle vorgestellten Modelle beruhen im Wesentlichen auf den Basismodellen DIN EN ISO 9001:2008 und dem EFQM Modell. Dabei kann man sagen, dass sich die Basismodelle nicht gegenseitig ausschließen sondern einander ergänzen und gegenseitig bereichern. Leitsatz für das EFQM Modells könnte sein: "Selbsterkenntnis - gerade mit Blick auf andere - ist der erste Weg zur ständigen Verbesserung", die Philosophie der ISO 9001:2008 könnte in einem Satz lauten: "Zeige einem unabhängigen Experten die Ergebnisse Deiner Arbeit, dann glauben alle, dass Du es kannst". Sie erkennen, dass alle vorgestellten Modelle von beidem etwas haben, insbesondere der Aspekt der Selbstbewertung hat bei allen Modellen einen hohen Stellenwert. Das QEP-Modell hat den stärksten integrativen Ansatz, es berücksichtigt große Anteile von EFQM und ISO 9001:2008 in etwa gleichrangig und vereinigt darüber hinaus Vorgaben und Richtlinien ärztlicher Kommissionen und Vereinigungen. Das EPA-Modell für Hausarztpraxen und das QP-Modell ermöglichen einen systematischen internen Vergleich mit anderen Praxen auf Prozess- und Ergebnisebene, das sogenannte Benchmarking. Es ist nicht klar, ob und in welcher Form eine Veröffentlichung der Benchmarks geplant ist. Beim KTQ Modell ermöglicht der KTQ Qualitätsbericht den Patienten und überweisenden Ärzten einen Vergleich der Praxen. Lernen von anderen ist schon immer ein starker Antrieb zu nachhaltiger Verbesserung gewesen. Die anderen Modelle stellen diesen Aspekt zumindest nicht in den Vordergrund, was nicht heißt, dass Benchmarking nicht möglich ist. Für die Entscheidung, welches Modell Sie
für Ihre Praxis wählen, sollten Sie sich zunächst fragen, zu welchem
der beiden Leitsätze Sie in Ihrem Innersten tendieren. Wenn Sie sich
eindeutig für einen der beiden Leitsätze entscheiden können, ist es
sicher das beste für Sie, sich entweder für das EFQM Modell oder für
die ISO 9001:2008 zu entscheiden. Welche Forderungen Sie wie umsetzen,
bestimmen dann weitgehend Sie selbst. Ergebnis ist ein individuell an Ihre
Praxis angepasstes QM-System, das Sie entweder im Verbund mit
Gleichgesinnten oder mit externer Einzelberatung einführen können. Eines aber sollte klar sein: Kein Mensch
und auch kein Kostenträger bezahlt Ihnen für die Einführung eines
Qualitätsmanagementsystems sowie für den Erwerb eines Zertifikates
allein auch nur einen Eurocent mehr. Im Gegenteil: Ohne QM wird das
Geldverdienen zunehmend schwerer werden. Deshalb gibt es zur Einführung
eines Qualitätsmanagementsystems keine wirkliche Alternative, solange
Ihre Praxis von Kostenträgern des öffentlichen Gesundheitswesens
abhängt. Ganz gleich welches Modell sie wählen,
alle werden von den Kostenträgern akzeptiert. Fragenkatalog / Checkliste
zur ISO 9001:2008
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